Irmela Wiemann. Ausschreibungstexte: Seminarthemen, Workshops, Abendvorträge


Sie finden hier Ausschreibungsstexte einiger meiner Seminare, Fortbildungen und Vorträge.

Gerne gestalte ich auch bei Ihnen ein Seminar oder einen Abend. Selbstverständlich können Sie auch andere Themen mit mir absprechen.

Wenn Sie mich für eine Veranstaltung einladen wollen, bitte ich Sie, mir zu schreiben oder zu mailen. Bitte beachten Sie, daß ich für Veranstaltungen am Wochenende in der Regel jeweils Mitte des Jahres für Veranstaltungen des Folgejahres ausgebucht bin. Veranstaltungen in der Woche sind kurzfristiger möglich.


Seminare zum Thema Zusammenleben in der Pflegefamilie oder Adoptivfamilie

Rolle und Auftrag von Pflegefamilien

Leibliche oder soziale Elternschaft, welches ist »die richtige«? Hier zweifeln manchmal nicht nur Pflegeeltern sondern auch die Kinder. Dazu noch bekommen Pflegeeltern Geld und erziehen das Kind im Auftrag der Herkunftsfamilie und des Jugendamtes. Durch das tägliche Zusammenleben verwischen sich einerseits die Unterschiede zwischen leiblichem und angenommenem Kind. Und doch wirkt sich die Realität, dass die leibliche, die rechtliche und ökonomische Elternschaft bei Pflegekindern außerhalb der Pflegefamilie liegt, auf das alltägliche Zusammenleben aus. Hier Kindern mehr Sicherheit und Klarheit zu vermitteln, soll das Ziel des Seminars sein.


Pflegefamilie – Ausnahmefamilie?

Pflegeeltern leben nicht nur mit seelisch verletzten Kinder zusammen und müssen sich tagtäglich mit den Folgen von früher Deprivation und von frühen Beziehungsabbrüchen auseinandersetzen. Sie befinden sich häufig unter erheblichem Druck aus dem sozialen Umfeld. Schule, Kindertagesstätten, Nachbarschaft, Verwandtschaft, Freunde und Familie wirken auf die Pflegeeltern ein, können nur schwer mit dem auffälligen Verhalten vieler Pflegekinder umgehen. Schnell fühlt sich die Pflegefamilie unter dem Zwang, sich zu rechtfertigen. Dazu noch sind sie nicht nur Privatfamilie sondern auch Vertragspartner des Jugendamtes und der Herkunftseltern der Kinder.

Ganz besonders reagieren seelisch vorbelastete Kinder auf Übergänge im Leben: Ob es die täglichen Übergänge zwischen den verschiedenen Sozialisationsfeldern sind, z.B. Schule, Kita, Nachhausekommen, Einschlafen etc. oder große Umbrüche im Leben: Schuleintritt, Schulwechsel, Beginn einer Ausbildung, das alles wirft Pflegekinder, egal in welchem Alter, häufig aus der Bahn. Welche Hilfen Pflegekinder und ihre Bezugspersonen in ihrer Ausnahmesituation benötigen, soll an diesem Tag erarbeitet werden. Fragen und Beispiele der Teilnehmenden sind willkommen.


Zusammenleben mit seelisch verletzten Kindern

Frühe Deprivations- oder Trennungserfahrungen wirken lebenslang auf Menschen und beeinflussen ihr Bindungs-, Leistungs- und Sozialverhalten. Auch früh in neuen Familienzusammenhängen lebende Kinder haben oftmals Selbstwertprobleme und Verhaltensauffälligkeiten. Manchmal stellen diese Kinder Beziehungen immer wieder infrage. Sie gehen unbewusst davon aus, wieder fortgegeben zu werden. Sie scheinen dann unerreichbar, bauen eine Mauer um sich selbst. Ihr vielerlei provokatives Verhalten dient auch als Schutz vor Liebe und Nähe. Bezugspersonen dieser Kinder sind immer wieder ratlos, enttäuscht, kommen an Grenzen.

Wie können wir auf die Besonderheiten dieser Kinder reagieren? Welche Einflussmöglichkeiten haben wir? Wie können wir unsere Handlungsmöglichkeiten erweitern? Welche Hilfen gibt es für diese Kinder? Das Einbringen eigener Fragestellungen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer ist erwünscht.


Lebensalltag mit traumatisierten Kindern

Ein psychisches Trauma ist die körperlich-seelische Verwundung, die durch ein einziges überwältigendes Ereignis oder durch lang andauernde extreme Belastungssituationen entsteht. Kinder sind als werdende Menschen von traumatischen Ereignissen stärker beeinträchtigt, als Erwachsene, weil ihre Gehirn- und Ichstrukturen noch nicht ausgereift sind. Häufig führen traumatische Erlebnisse zu einer spezifischen oder umfassenden Hemmung von Reifungs- und Entwicklungsprozessen.

Mit dem Begriff Trauma ist nicht das Ereignis selbst gemeint, von dem ein Mensch überwältigt wird, sondern die Verwundung, die physiologisch im Körper und im Nervensystem des Menschen gespeichert worden ist. Es gibt ein ganzes Repertoire von Folgestörungen von Traumatisierungen. Zahlreiche Verhaltensauffälligkeiten, aber auch Albträume, nächtliches Schreien gehören dazu. Manchmal genügen geringfügige Auslöser (Geruch, Geräusche, Empfindungen), um extreme Reaktionen, wie z.B. heftige Panik oder überschießende Aggression auszulösen.

Was sollte ich vermeiden, was kann dem Kind helfen? Wie kann ich als Bezugsperson die Auffälligkeiten eines traumatisierten Kindes besser verstehen und innerlich sicherer werden? Wann benötigt das Kind zusätzlich fachliche Hilfe und wer sollte sie durchführen?

Das Einbringen eigener Beispiele und Fragen ist erwünscht.


Was bringen Pflegekinder und Adoptivkinder mit?

Frühkindliche Erfahrungen in der Herkunftsfamilie und ihre Auswirkung auf das Zusammenleben in neuen familiären Zusammenhängen. Pflegekinder und Adoptivkinder sind geprägt von spezifischen Vorerfahrungen und oftmals schmerzhaften frühen Erlebnissen. Diese haben ihre Persönlichkeit geprägt.

So manche Pflegekinder wurden in ihren Herkunftsfamilien stark vernachlässigt, sie konnten sich auf ihre elterlichen Bezugspersonen nicht verlassen. Oftmals geben sie an ihre neuen Familien weiter, was sie aus ihren Herkunftsfamilien kennen: Nun können sich Pflegeeltern nicht auf ihre Pflegekinder verlassen. Auch frühe Traumata haben eine spezifische Auswirkung auf das Verhalten der Kinder. Wie Kinder früh erfahrene soziale Muster und Familienregeln in ihre neuen Familien übertragen und welche Hilfestellung und Unterstützung sie benötigen, soll in diesem Seminar herausgearbeitet werden. Es besteht die Möglichkeit, eigene Fragen und Familienbeispiele einzubringen und konkrete Handlungsschritte zu entwickeln.


Leibliche Kinder in Pflegefamilien

Die zahlreichen Besonderheiten, die im Zusammenleben mit einem Pflegekind auftreten, führen häufig dazu, die Belastungen zu übersehen, die leibliche Kinder wegen der Pflegekinder mittragen. Nicht nur die Eltern zu teilen, sondern sie mit einem Kind zu teilen, das viel Unruhe in die Familie trägt, bedeutet für das leibliche Kind eine ganz große Herausforderung. Die Eltern können Schuldgefühle bekommen, weil sie dem eigenen Kind ein so schwieriges Familienleben abverlangen. Manche leiblichen Kinder bilden dann eine ganz enge Koalition mit ihren Eltern, werden zu ihren Helfern oder sie wünschen sich, das Pflegekind möge die Familie wieder verlassen. Die Gefühle gegenüber leiblichen Kindern und Pflegekindern dürfen verschieden sein. Beide Kinder haben ein sehr unterschiedliches Leben hinter sich. Sie sind und bleiben im Spiel-, Leistungs- und Sozialverhalten sehr verschieden.

Das Seminar gibt Anregungen, wie mit den ganz natürlichen und angemessenen Konflikten unter leiblichen Kindern und Pflegekindern umgegangen werden kann und welche Hilfen jedes Kind benötigt. Das Einbringen eigener Fragestellungen der Teilnehmenden ist möglich und erwünscht.


Geschwisterbeziehungen bei fremdplatzierten Kindern und Jugendlichen

Neben der Eltern-Kind-Beziehung prägt die Geschwisterbindung ganz bedeutend unser aller Leben und Sozialverhalten. Deshalb soll diesmal die Bedeutung und Entwicklung von Geschwisterbeziehungen Schwerpunkt des Seminars sein. Geschwisterkinder aus Familien, in denen die Versorgung nicht mehr sichergestellt war, sind meist eng aufeinander angewiesen. Manchmal haben diese Kinder auch destruktive Interaktionsmuster. Welche Rollenverteilungen gibt es bei Geschwistern und welches sind die psychologischen Ursachen dafür?

Oft leben nicht alle Kinder in der Einrichtung oder bei einer Pflegefamilie zusammen, sondern sie wurden getrennt vermittelt. Oder es gibt Geschwister, die in der Herkunftsfamilie leben. Hier gibt es keine hohe Alltagsvertrautheit mehr untereinander. Welchen Stellenwert haben dann die Geschwisterbeziehungen? Welche Hilfen benötigen Kinder und Jugendliche, ihre Gefühle zu ordnen? Wie bedeutsam sind hier Kontakte und wie können sie vor- und nachbereitet werden?

Methode: Informationseinheiten, Gruppenarbeit, Arbeit mit Familienskulpturen, Familienszenen, Rollenspielen. Es wird zunächst ein emotionaler Zugang zur jeweiligen Konfliktsituation geschaffen. Dieser wird ergänzt durch die Vermittlung theoretischer Grundlagen.


Geschwisterbeziehungen von Pflegekindern und Adoptivkindern

Neben der Eltern-Kind-Beziehung prägt die Geschwisterbeziehung ganz bedeutend unser Sozialverhalten. Oft leben nicht alle Kinder einer Herkunftsfamilie in einer Pflegefamilie zusammen, sondern sie wurden in unterschiedliche Pflegefamilien oder Adoptivfamilien vermittelt. Oder es gibt Geschwister, die in der Herkunftsfamilie leben. Welchen Stellenwert haben dann die Geschwisterbindungen? Wie bedeutsam sind Kontakte unter Geschwistern, die nicht zusammen leben und wie können sie vor- und nachbereitet werden?

Auch in der Pflegefamilie oder Adoptivfamilie gibt es Geschwisterbeziehungen und eine besondere Dynamik zwischen leiblichen und angenommenen Kindern in der Pflegefamilie oder Adoptivfamilie. Diese Kinder leben viele Jahre in enger Alltagsvertrautheit wie Geschwister zusammen. Welche Bedeutung haben diese seelisch-sozialen Geschwisterbindungen? Welche Hilfen benötigen die Kinder und Jugendlichen im Umgang miteinander?

Das Einbringen eigener Fragestellungen der Teilnehmenden ist wie immer erwünscht.


Wenn Pflegekinder älter werden

Heranwachsende Jungen und Mädchen in Pflegefamilien kommen mit sich und ihrer Umwelt noch häufiger in Konflikte, als viele andere junge Menschen. Loyalitäts- und Identitätskonflikte nehmen noch einmal zu. Die soziale Elternschaft wird strapaziert, wenn ein Jugendlicher sagt: »Ihr seid nicht meine richtigen Eltern. Von euch lasse ich mir nichts mehr sagen.« Lügen, möglicherweise Stehlen, Mogeln sind in diesem Alter kein Einzelfall. Die Bewältigung des Alltags und die vielen Auseinandersetzungen zwischen Pflegeeltern und Jugendlichen kosten viel Kraft. Wie können annehmende Eltern vorbauen? Wie können Pflegeeltern und Adoptiveltern (Erziehungsstelleneltern) zur Deeskalation und zu einem positiven Selbstwertgefühl der jungen Menschen beitragen?

Das Einbringen eigener Fragestellungen der Teilnehmenden ist möglich und erwünscht.


Seminare zum Thema Bedeutung der Herkunftsfamilie – Zusammenarbeit mit der Herkunftsfamilie

Kinder mit zwei Familien

Pflegekinder und Adoptivkinder haben zwei Familien. Ihre Herkunftsfamilie und ihre Pflege- oder Adoptivfamilie. Was Kinder von ihren seelisch-sozialen Eltern über ihre Herkunftseltern erfahren, prägt ihr Denken und Fühlen darüber, wer sie sind. Auch können Kinder Bindungen auf neue Menschen besser übertragen, wenn sie die Menschen ihres früheren Lebens nicht völlig verloren haben. Ob, wann und in welcher Dosierung Besuchskontakte Kindern helfen, die Bedeutung leiblicher Geschwister und anderer Verwandter soll Thema sein. Welche Hilfestellung und Unterstützung Pflegekinder benötigen, ihre Ausnahmesituation zu verarbeiten, soll an diesem Wochenende herausgearbeitet werden. Das Einbringen eigener Fragestellungen ist erwünscht.


Die Bedeutung der Herkunftsfamilie für Pflegekinder und Adoptivkinder

Mit den leiblichen Eltern oder einem leiblichen Elternteil aufzuwachsen, ist in unserer Kultur selbstverständlich. Durch seine Familie weiß ein Mensch, wer er ist, bekommt seine Besonderheit, seine Unverwechselbarkeit, seine Identität. Fast alle Kinder in Pflegefamilien und Adoptivfamilien fühlen sich auch bei dichten und sicheren Bindungen zu ihrer sozialen Familie als Teil ihrer Herkunft. Oftmals fühlen Pflegekinder und Adoptivkinder viel Schmerz, Trauer oder Scham wegen ihres besonderen Schicksals, Kind von Eltern zu sein, die nicht jeden Tag für ihr Kind da sein können.

Wir wissen, dass es für die seelische Entwicklung eines Pflege- oder Adoptivkindes entscheidend ist, ob seine Herkunftsfamilie von seiner annehmenden Familie wertgeschätzt wird. Dies kann in Gesprächen oder Ritualen geschehen oder bei der Kooperation anlässlich von Kontakten

Welche Hilfe Pflegekinder und Adoptivkinder von ihren sozialen Eltern brauchen, um mit ihrer Herkunftsfamilie emotional zurecht zu kommen, soll in diesem Seminar erarbeitet werden. Das Einbringen eigener Fragestellungen der Teilnehmenden ist erwünscht.


Pflegekinder und Adoptivkinder und ihre zwei Familien: Balance oder Spannungsfeld?

Bei Pflegekinder und Adoptivkindern sind leibliche und soziale Elternschaft auf zwei Familien verteilt. Das ist eine besondere Familienrealität. Was bringen Pflegekinder und Adoptivkinder aus ihren Ursprungsfamilien mit? Welche Einflussmöglichkeiten hat die soziale Familie? Welche Rolle spielen Loyalitäts- oder Identitätskonflikte? Pflegeeltern und Adoptiveltern sollten – wie auch immer – eine innere Grundhaltung zur Herkunftsfamilie finden, die dem Kind ermöglicht, seine ungewöhnliche Realität schrittweise zu bewältigen. Das ist oftmals nicht leicht.

Nur wenn es eine wie auch immer gelebte Balance zwischen Herkunfts- und sozialer Familie gibt, kann eine positive Entwicklung des Kindes bei sozialen Eltern gelingen. Wie kann die Zusammenarbeit mit der Herkunftsfamilie gestaltet werden, damit das Kind nicht darunter leidet, sondern davon seelisch profitiert?

Das Einbringen eigener Fragestellungen ist erwünscht.


Kontakte zur Herkunftsfamilie – Hilfe oder Belastung für das Pflegekind?

Es gibt Pflegekinder, die vor, während und nach den Kontakten zu ihren Eltern oder zu Elternteilen zufrieden sind, die sich auf den Kontakt freuen und nach dem Besuch konstruktiv in den Lebensalltag der Pflegefamilie zurückkehren. Und es gibt Pflegekinder, die vor und nach jedem Besuchskontakt unruhig sind, Ängste entwickeln, in alte Schwierigkeiten zurückfallen. Was sind die Voraussetzungen für das Gelingen der Kontakte?

Kontakte des Kindes zu seinen Angehörigen sind für die seelische Entwicklung des Kindes meist die bessere Alternative. Wenn Kontakte zu Angehörigen eingebettet sind in klar erkennbare Ziele, wenn sie sorgfältig vor- und nachbereitet werden, dann helfen sie dem Kind, mit seiner besonderen Doppelsituation besser leben zu lernen.

Pflegekinder mit Kontakten zu den Eltern oder zu Geschwistern haben weniger Identitätsprobleme. Die Besuche dienen der Verarbeitung der Wirklichkeit.

  • Welche Hilfen brauchen Pflegekinder bei der Bewältigung ihrer besonderen Situation?
  • Was muss die Herkunftsfamilie, was die Pflegefamilie und was müssen die sozialen Fachkräfte leisten, damit Kontakte gelingen und für alle Beteiligten – vor allem für das Kind – nutzbringend und befriedigend verlaufen?
  • Wann brauchen die Kinder Schutz vor re-traumatisierenden Erfahrungen?

Das Seminar wird praxisbezogen durchgeführt. Frau Wiemann arbeitet mit den Seminarteilnehmerinnen und -teilnehmern an ihren eigenen Fragestellungen u.a. mit der Methode der Familienskulptur.


Kontakte von Pflegekindern zu ihren Angehörigen

Weshalb sind Pflegekinder nach Besuchen ihrer Eltern häufig unruhig, spannungsgeladen oder bedrückt? Was ist das beste für ein Kind? Wann müssen Besuche unterbunden werden, wann gefördert? Wie müssen Besuche gestaltet werden, damit das Kind nicht darunter leidet? Welche Rolle spielen Identitäts- oder Loyalitätskonflikte bei den Reaktionen des Kindes auf Besuche? Und was ist mit Kindern, die überhaupt keine Kontakte mehr zu ihren Eltern haben? Was muss vor einer ersten Begegnung zwischen Kind und Herkunftsfamilie alles vorbereitet werden?

Das Einbringen eigener Fragestellungen der Teilnehmenden ist möglich und erwünscht.


Kontakte zur Herkunftsfamilie – Belastung oder Chance?

Es gibt fremdplatzierte Kinder und Jugendliche, die vor, während und nach Besuchen ihrer Angehörigen zufrieden sind. Und es gibt Kinder und Jugendliche, die vor und nach den Kontakten unruhig werden, Ängste entwickeln oder in alte Schwierigkeiten zurückfallen. Wann müssen Besuche unterbunden werden und wann gefördert? Und was ist mit Kindern und Jugendlichen, die keine Kontakte zu ihrer Herkunftsfamilie haben? Fremdplatzierte Kinder in Pflegefamilien oder Einrichtungen, die ihre Herkunftsfamilie kennen, haben weniger Identitätsprobleme. Die Besuche dienen der Verarbeitung ihrer Wirklichkeit. Welche Hilfen brauchen Kinder und Jugendliche bei der Bewältigung ihrer besonderen Situation? Was muss die Herkunftsfamilie, was müssen die Bezugspersonen der Kinder und Jugendlichen, was müssen die sozialen Fachkräfte leisten, damit Kontakte gelingen und für die Kinder befriedigend verlaufen?

Das Einbringen eigener Fragestellungen der Teilnehmenden ist möglich und erwünscht.


Pflegekinder und Adoptivkinder im Loyalitätskonflikt zwischen Herkunftsfamilie und Pflegefamilie oder Adoptivfamilie

Der Loyalitätskonflikt ist die häufigste Ursache für Verhaltensauffälligkeiten, die infolge von Kontakten auftreten. Viele Pflegekinder fühlen sich verantwortlich für ihre Eltern und sie fühlen sich schuldig, dass sie sich in der Pflegefamilie Zuhause fühlen. Gleichzeitig haben sie ein schlechtes Gewissen gegenüber ihren Pflegeeltern, weil ihnen die Eltern wichtig bleiben. Es ist der einzige Weg für Pflegekinder, mit ihrer schweren Situation zu reifen, wenn sie eine Ausgewogenheit, eine Balance zwischen ihren beiden Familien herstellen können. Wie dies möglich wird, soll an diesem Tag Thema sein. Das Einbringen eigener Fragestellungen der Teilnehmenden ist erwünscht.


Seminare zum Thema Identitätsentwicklung von Pflegekindern und Adoptivkindern

Die Identitätsentwicklung von Pflegekindern und Adoptivkindern

Mit den leiblichen Eltern oder einem leiblichen Elternteil aufzuwachsen, ist in unserer Kultur selbstverständlich. Durch seine Familie weiß ein Mensch, wer er ist, bekommt seine Besonderheit, seine Unverwechselbarkeit, seine Identität. Fast alle Kinder in Pflegefamilien und Adoptivfamilien fühlen sich trotz neuer, oftmals dichter und sicherer Bindungen als Teil ihrer Herkunft. Das Interesse an der Herkunft kommt nicht erst mit der Pubertät auf. Die Identitätsfrage stellt sich lebenslang in verschiedener Intensität und immer wieder anderer Ausprägung, je nach Altersstufe. Welche Hilfe Pflegekinder und Adoptivkinder von ihren sozialen Eltern brauchen, soll in diesem Seminar erarbeitet werden. Das Einbringen eigener Fragestellungen ist erwünscht.


Die Identitätsentwicklung von Pflegekindern und Adoptivkindern

Was Kinder über ihre Herkunftsfamilie von ihren Pflegeeltern oder Adoptiveltern erfahren, prägt ihr Denken und Fühlen darüber, wer sie sind. Wer bin ich? Wem sehe ich ähnlich? Was habe ich von meinen Eltern? Was war an mir nicht richtig, dass sie mich nicht wollten? Warum wurde ich fortgegeben? Wie wäre ich geworden, wenn ich das leibliche Kind meiner annehmenden Eltern wäre? Diese und ähnlich Fragen tragen fortgegebene Kinder in sich.

Wie können wir auf diese Besonderheiten reagieren? Welche Antworten seelisch-soziale Eltern geben können, wie sie ihren Kindern zur Entwicklung eines positiven Selbstwertgefühls verhelfen können, soll an diesem Tag erarbeitet werden.


Seminare zum Thema Biografiearbeit mit Kindern und Jugendlichen in Pflegefamilien oder Adoptivfamilien

Biografiearbeit mit angenommenen Kindern

Alle Kinder, die Brüche in ihrer Biografie erlebt haben, können daran reifen und wachsen, wenn sie Hilfe von nahestehenden Erwachsenen erhalten, ihr Leben zu dokumentieren. Die Bearbeitung der Vergangenheit durch Gespräche, Lebensbriefe, Fotos und vieles andere ist eine der wenigen Heilungschancen, die es für von ihrer Herkunftsfamilie getrennt lebende Kinder gibt. Wie, wann, in welcher Dosierung und mit welchen Worten Pflegeeltern und Adoptiveltern mit ihren Kindern über ihre Herkunft sprechen können, soll an diesem Tag Thema sein. Das Einbringen eigener Fragestellungen ist erwünscht.


Biografiearbeit mit Pflegekindern und Adoptivkindern

Über die positive Wirkung der Biografiearbeit bei seelisch verletzten Kindern und Jugendlichen gibt es immer mehr Erfahrungen. Die Bearbeitung der Vergangenheit durch Gespräche, Zeichnungen, Fotos, und vieles andere ist eine der wenigen Heilungschancen, die es für von ihrer Herkunftsfamilie getrennt lebende Kinder gibt. Ein Lebensbrief, eine Lebenschronik, eine Familienlandkarte, ein Lebensbuch, ermöglichen Kindern, Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft miteinander zu verknüpfen. Sie können wertvolle Dokumente sein, die Kindern und Jugendlichen bei ihrer Identitätsfindung und ihrer Persönlichkeitsentwicklung helfen.

Auch das Aufsuchen früherer Menschen, Orte und Gegenden aus dem früheren Leben des Kindes und die Kontakte zu angehörigen dienen der Auseinandersetzung des Kindes oder Jugendlichen mit seiner Geschichte. Das Einbringen eigener Fragestellungen und Beispiele der Teilnehmenden ist erwünscht.


Die Aufklärung von Adoptivkindern über ihre Herkunft

Wenn ein Kind zum ersten mal im jungen Alter mit der Tatsache konfrontiert wird, dass es aus einer anderen Familie kommt, so ist dies eine Schlüsselsituation. Die Weichen für die spätere Bereitschaft, die Realität des Adoptiertseins zu verarbeiten, werden hier gestellt. Es kommt auf feinste Zwischentöne an, wenn Adoptiveltern mit ihren Kindern über ihren Ursprung sprechen. Mit welchen Worten und welchen Dosierungen, mit welchen konkreten Darstellungen Adoptiveltern ihren jungen Kindern verständlich machen können, dass sie adoptiert sind, soll in diesem Seminar Thema sein. Das Einbringen eigener Fragestellungen ist erwünscht.


Mit Kindern über ihre Herkunftsfamilie sprechen

Die feinfühlige Beantwortung der Frage »Warum musste ich von meinen Eltern fort?« ist eine der wenigen Heilungschancen, die es für von ihrer Herkunftsfamilie getrennt lebende Kinder gibt. Doch es ist nicht immer einfach, zu entscheiden: Woran beteilige ich mein Kind und wo halte ich es heraus? Wann ist der geeignete Zeitpunkt, ein Kind oder einen jungen Menschen mit einer ungewöhnlichen Wirklichkeit zu konfrontieren? Wie, wann, in welcher Dosierung und mit welchen Worten Pflegeeltern und Adoptiveltern mit ihren Kindern über deren schweres Schicksal sprechen und arbeiten können, soll in diesem Seminar Thema sein. Das Einbringen eigener Fragestellungen ist erwünscht.


Mit Adoptivkindern über ihre Herkunft sprechen

Adoptierte können dann am zufriedensten aufwachsen, wenn es ihnen gelingt, ihren beiden Eltern emotional einen Platz zu geben und beide anzunehmen: ihre emotional-soziale Elternschaft zu den Adoptiveltern und ihre leibliche Elternschaft zu den Herkunftseltern. Die Bearbeitung der Vergangenheit durch Gespräche, Lebensbriefe, Fotos und vieles andere ist eine der wenigen Heilungschancen, die es für von ihrer Herkunftsfamilie getrennt lebende Kinder gibt. Wie, wann, in welcher Dosierung und mit welchen Worten Adoptiveltern mit ihren Kindern und Jugendlichen über ihre Herkunft sprechen können, soll an diesem Tag Thema sein. Das Einbringen eigener Fragestellungen ist erwünscht.


Mit fremdplatzierten Kindern über ihre Lebensgeschichte sprechen

Der berufliche und familiäre Alltag von Kinderdorf- und Pflegeeltern und den begleitenden Fachkräften ist geprägt durch Kinder und Jugendliche, die in ihrer Vergangenheit oft schweren Traumen, seelischen Verletzungen, seelischer und körperlicher Gewalt, Vernachlässigung u. a. m. ausgesetzt waren. Sich mit diesen schmerzhaften Erfahrungen, mit Trauer und seelischem Schmerz auseinander zu setzen und dafür die richtigen Worte zu finden, ist für die begleitenden Erwachsenen oft sehr schwierig. Manchmal werden im Rahmen institutioneller Betreuung die schwierigen Themen der Vergangenheit aus dem Alltag »herausgehalten« und auf eine »Therapie« delegiert. Gespräche über ihre Herkunftsfamilie und ihre Vergangenheit mit einer nahestehenden Bezugsperson im Alltag ersetzen keine Therapie, aber sie fördern das Vertrauensverhältnis zwischen Bezugsperson und jungem Menschen und sie erhöhen die Chance für die Kinder und Jugendlichen, sich selbst besser zu verstehen und mehr Energie für eine positive Entwicklung freizuhaben.

Von großer Bedeutung ist die innere Haltung des Erwachsenen, der mit dem Kind lebt oder arbeitet. Wir werden neben den konkreten Techniken immer wieder auch an einer konstruktiven Einstellung arbeiten, die von Verstehen, Einfühlung in das Kind und Toleranz gegenüber der Situation seiner Familie geprägt ist.

Im Seminar werden auch Wege aufgezeigt, wie mit heiklen und tabuisierten Themen in den Biografien von Kindern und jungen Menschen umgegangen werden kann, um ihnen zu ermöglichen, das Erlebte und Erlittene in das eigene Leben zu integrieren.

Lernformen:

  • Theoretische und praktische Impulse für die Gesprächsführung mit Kindern und Jugendlichen
  • Rollenspiele und Skulpturarbeit
  • Vermittlung von fachlichem Hintergrundwissen
  • Arbeit in Kleingruppen
  • Bearbeitung von Beispielen aus der Praxis der Teilnehmenden

Biografiearbeit mit Kindern und Jugendlichen in Kinderdorffamilien und Pflegefamilien

Der berufliche und familiäre Alltag von Kinderdorf- und Pflegeeltern ist geprägt durch das Zusammenleben mit Kindern und Jugendlichen, die in ihrer Vergangenheit oft schweren Traumen, seelischen Verletzungen, Erfahrungen seelischer und körperlicher Gewalt, Vernachlässigung u. a. m. ausgesetzt waren. Sich mit diesen schmerzhaften Erfahrungen, mit Trauer und seelischem Schmerz auseinanderzusetzen und dafür die richtigen Worte zu finden, ist für die begleitenden Erwachsenen oft sehr schwierig.

Wie viel Wahrheit kann ich einem Kind in welchem Alter eigentlich zumuten und wie viel kann es ertragen? Womit muss ich noch warten? Wann und wovor braucht das Kind Schutz? Welche Hilfen brauchen Kinder und Jugendliche, um mit einer schweren Wirklichkeit leben zu lernen?

Auf diese Fragen, die sich Kinderdorf-, aber auch Pflegeeltern nicht selten stellen, möchte uns Frau Wiemann in dieser Fortbildung ermutigende Antworten geben.

Das Ziel dieses Workshops ist es, Wege aufzuzeigen, wie mit schwierigen Themen in den Biografien von jungen Menschen umgegangen werden kann, um ihnen eine Chance zu geben, das Erlebte und Erlittene in das eigene Leben zu integrieren.

Anhand von konkreten Beispielen und Fragestellungen der TeilnehmerInnen wird uns Frau Wiemann theoretische und praktische Impulse für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen geben. Rollenspiele und die Arbeit mit Familienskulpturen werden uns ganz lebendig vor Augen führen, wie die Auseinandersetzung mit der Lebensgeschichte sich auf die Kinder und Jugendlichen, auf ihre Herkunftsfamilien und nicht zuletzt auch auf uns selbst auswirkt.


Biografiearbeit mit Kindern und Jugendlichen in Pflegefamilien und Bereitschaftspflegefamilien

Die Frage »Was beinhaltet die Rolle der Pflegefamilie und der Bereitschaftspflegefamilie für eine gelungene Biografiearbeit mit/bei Pflegekindern?« ist nicht leicht zu beantworten.

Kinder mit Brüchen in ihrer Biografie benötigen die Hilfestellung von nahe stehenden Erwachsenen, um diese bewältigen zu können. Die Möglichkeit daran zu Reifen und zu Wachsen besteht, wenn sie ihr Leben aufarbeiten und dokumentieren. Eine der wenigen Heilungschancen für Kinder die getrennt von ihren Herkunftsfamilien leben, liegt in der Bewältigung ihrer Vergangenheit durch Gespräche, Lebensläufe, Fotos und vieles andere.

In diesem Seminar soll darüber gesprochen werden, wie, wann und mit welchen Worten Sie als Pflegeeltern oder Bereitschaftspflegeeltern mit ihren Pflegekindern über ihre Herkunft sprechen können und sollen. Auch wie intensiv dies geschehen kann, soll hier ein Thema sein.

Das Einbringen eigener Fragestellungen ist ausdrücklich erwünscht!


Schwere seelische Lasten

Wie viel Wahrheit braucht mein Kind? – Mit Pflegekindern und Adoptivkindern ihre Biografie erarbeiten

Es gibt viel Unsicherheit unter Pflegeeltern wie unter Fachleuten, wie viel Wahrheit ein Kind in welchem Alter vertragen kann. Wie sage ich es am besten? Womit muss ich noch warten? Wann und wovor braucht das Kind Schutz? Welche Hilfe brauchen Kinder und Jugendliche, damit sie mit einer schweren Wirklichkeit leben lernen? Wo muss ich als Erwachsener zunächst selbst Klarheit gewinnen?

Wenn schmerzhafte Ereignisse ihr Leben beeinflussen, so können Kinder nicht zur Tagesordnung übergehen. Der Schutz besteht nicht im Vorenthalten seelischer Belastungen. Der bessere Schutz für das Kind ist, wenn es erfährt, dass der oder die nahe Erwachsene mit diesen schweren Fakten leben und umgehen kann und dem Kind bei der Bearbeitung mutig hilft und es begleitet.

Eine noch so schmerzliche Wirklichkeit zu erkennen, also Klarheit und Gewissheit zu bekommen, erzeugt im Inneren eines Menschen Sicherheit, Selbstvertrauen und Geborgenheit. Wenn sich Erwachsene nicht scheuen, den schweren Themen standzuhalten, dann können Kinder mit ihrer schmerzhaften Situation aufwachsen, und oftmals werden sie zu besonders belastbaren Erwachsenen.

Frau Wiemann zeigt auf, wie wichtig es speziell für Kinder mit besonderen Biographien ist, dass wir ihnen helfen, Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zu verknüpfen. Sie gibt hilfreiche praktische Anregungen, welche zur Umsetzung ermutigen und diese erleichtern.

An diesem Tag sollen Inhalte sowie Techniken und Dosierung beim Informieren und Bearbeiten der Vergangenheit des Kindes behandelt werden. Das Seminar will Hilfestellung geben, bei welchen Gelegenheiten und mit welchen Worten, Pflegeeltern und Adoptiveltern mit ihren Kindern auch bei besonders schweren Schicksalen sprechen und arbeiten können.

Das Einbringen eigener Fragestellungen der TeilnehmerInnen ist erwünscht.


Wie viel Wahrheit braucht mein Kind?

Eltern, die auch in kleinen Dingen bei der Wahrheit bleiben, festigen das Vertrauensverhältnis zwischen sich und ihren Kindern und ermöglichen ihnen, sich zu kritischen, selbstbewussten und aufrichtigen Menschen zu entwickeln. Alle Kinder, die Brüche in ihrer Biografie erlebt haben, können daran reifen und wachsen, wenn sie Hilfe von nahestehenden Erwachsenen erhalten, über diese Ereignisse zu sprechen oder sie dokumentiert zu bekommen.

Doch es ist nicht immer einfach, zu entscheiden: Woran beteilige ich mein Kind und wo halte ich es heraus? Wann ist der geeignete Zeitpunkt, ein Kind mit einer ungewöhnlichen Wirklichkeit zu konfrontieren? Wie, wann, in welcher Dosierung und mit welchen Worten Kindern etwas über erschreckende Ereignisse im Zeitgeschehen gesagt werden kann, aber auch über besondere Ereignisse in der Familie, frühe Verluste, Trennungen usw., soll an diesem Abend erarbeitet werden. Das Einbringen eigener Fragestellungen der Zuhörerinnen und Zuhörer ist erwünscht.


Wie viel Wahrheit braucht mein Kind?

Wenn schmerzhafte Ereignisse ihr Leben beeinflussen, so können Kinder nicht zur Tagesordnung übergehen. Der Schutz besteht nicht im Vorenthalten seelischer Belastungen. Der bessere Schutz für das Kind ist, wenn es erfährt, dass der oder die nahe Erwachsene mit diesen schweren Fakten leben und umgehen kann und dem Kind bei der Bearbeitung mutig hilft und es begleitet.

Wie sage ich es am besten? Womit muss ich noch warten? Welche Hilfe brauchen Kinder und Jugendliche, damit sie mit einer schweren Wirklichkeit leben lernen? Wo muss ich als Erwachsener zunächst selbst Klarheit gewinnen?

Das Seminar gibt Hilfestellung, wann und mit welchen Worten, Pflege- und Adoptiveltern mit ihren Kindern auch über besonders schwere Ereignisse in der Vergangenheit des Kindes oder in der Herkunftsfamilie sprechen können. Das Einbringen eigener Fragestellungen der TeilnehmerInnen ist erwünscht.


Tabus und Geheimnisse in der Biografiearbeit mit Kindern und Jugendlichen

Oftmals gibt es schwere und belastende Fakten und Erlebnisse im Vorleben der Kinder, bei denen sich die Bezugspersonen unsicher sind, ob und was sie weitersagen dürfen. Manchmal gibt es ausdrückliche Schweigegebote. Ein Vater im Gefängnis, eine drogenabhängige Mutter, die als Prostituierte arbeitet, seelische Erkrankungen von Elternteilen, Gewalt unter den Eltern, frühe körperliche oder sexuelle Gewalterfahrungen der Kinder und Jugendlichen. Das sind nur einige der Tabus im Leben fremdplatzierter Kinder und Jugendlichen. Geheimnisse in Familien beeinflussen uns alle nachhaltig und entwickeln oft eine eigene Dynamik. In welchem Alter sollen Kinder bestimmte schwere Fakten ihrer Vorgeschichte gesagt werden und wie können sie formuliert werden?

Das Einbringen eigener Erfahrungen und die Arbeit an konkreten Beispielen aus der beruflichen Praxis der Teilnehmenden ist vorgesehen und erwünscht.


Erwachsene – Modelle für die Konfliktfähigkeit von Kindern und Jugendlichen

(Abendvortrag)
Eltern, Großeltern, Verwandte, Geschwister, LehrerInnen und ErzieherInnen, Menschen des öffentlichen Lebens etc. beeinflussen die soziale Sensibilität unserer Kinder und Jugendlichen, ob wir dies wollen oder nicht. Kinder und Jugendliche beobachten uns, vergleichen, werten aus und übernehmen. Sie lernen nicht so sehr durch unser erzieherisches Verhalten sondern über Identifikation. Ob wir aufrichtig sind, wie wir mit unseren Stimmungen oder Ängsten umgehen, wie wir Kinder an Realitäten des Lebens beteiligen, wie wir Konflikte mit anderen lösen, uns bei Gewalt einmischen oder wegsehen, all das prägt Kinder und Jugendliche.

Wenn wir ihnen in Fragen und Realitäten des Lebens Gewissheit und Klarheit vermitteln, in Konflikten Stellung beziehen, so können unsere Kinder zu feinfühligen, sozial kompetenten und handlungsfähigen Menschen heranwachsen. Das Einbringen eigener Fragen der Zuhörerinnen und Zuhörer ist erwünscht. Irmela Wiemann ist Psychologin und Familientherapeutin und Autorin des Buches Wie viel Wahrheit braucht mein Kind? Von kleinen Lügen, großen Lasten und dem Mut zur Aufrichtigkeit in der Familie.


Getrennte Elternschaft gemeinsam bewältigen

(Abendvortrag)
Es ist ein berechtigtes Interesse von Frauen und Männern, ihre Partnerschaft zu lösen. Doch auch wenn Eltern sich als Paar trennen, so bleiben sie weiterhin für immer Eltern. Kinder benötigen von beiden Elternteilen die Erlaubnis, dass sie ihre Bindung und Beziehung zum anderen Elternteil bewahren dürfen.

In Deutschland gibt es seit Mitte 1998 Erfahrungen mit der gemeinsamen Obsorge nach Trennung und Scheidung. Die Rechtsposition und die Interessen des Kindes sind gegenüber der alten Gesetzgebung gestärkt worden. Wie es gelingen kann, dass beide Elternteile Einzelheiten für und mit ihren Kindern regeln und welche Hilfestellung Kinder von ihren Eltern während und nach der Trennung benötigen, soll an diesem Abend erarbeitet werden.


Themen für Fachkräfte

Alle oben genannten Seminarthemen können auch für Fachkräfte aufbereitet werden. Darüber hinaus gibt es folgende Schwerpunkte:

Die Adoption aus systemischer Sicht

Wir leben in einer Kultur, in der soziale und biologische Elternschaft miteinander als identisch erlebt werden. Doch beim adoptierten Kind sind soziale und biologische Elternschaft auf zwei meist einander unbekannte Familien verteilt. Dies bringt ein ganzes Bündel von Schmerz, Trauer, Verunsicherung, Inkompetenz- und Ohnmachtsgefühle beim Kind ebenso wie bei Abgebenden und den Annehmenden mit sich, Gefühle, die von den betroffenen Erwachsenen oft zugedeckt werden. Es sind jene Paare am besten geeignet, Adoptiveltern zu werden, die sich den Besonderheiten dieser alternativen Form der Familiengründung bewusst stellen und die Adoptivkinder entsprechend unterstützen.

Nur wenn Adoptiveltern sich mit dem Bild, das sie von den abgebenden Eltern in sich tragen, versöhnt haben, kann auch das Kind ohne negative Selbstidentität aufwachsen. Die Eltern benötigen im Fühlen und Denken der Adoptiveltern einen Platz.

Teil 1: Erstellung von Gutachten über die Eignung von Adoptionswilligen
Klärungsprozesse und Gesprächsführung
Kriterien zur Auswahl von Adoptionsbewerberpaaren
Kriterien zur Verarbeitung der ungewollten Kinderlosigkeit
Wenn Adoptionsvermittlerinnen und Adoptionsvermittler ambivalent sind
Wenn Bewerberpaare abgelehnt werden müssen
Wichtige Risikofaktoren
Voraussetzungen für gelungene Adoptionsverhältnisse

Teil 2: Das familiäre Beziehungsgeflecht von Adoptierten und ihre Identitätsentwicklung
Die Rolle der Herkunftsfamilie im Adoptionsprozess
Emotionale Einstellung von Adoptiveltern gegenüber den Herkunftseltern
Besondere Themenkreise, welche die Phantasie der annehmenden Eltern beeinflussen
Familiengeheimnisse/Tabus in der Familie
Allgemeine Ursachen für Adoptionsfreigabe
Die Rolle der Väter
Adoption ohne Einwilligung der Eltern
Herkunftseltern, die für AdoptionsvermittlerInnen besonders belastend sind
Die soziale Situation von Frauen, die ihr Kind fortgegeben haben

Teil 3: Internationale Adoption
Die besondere seelische Situation von Adoptivkindern aus dem Ausland
Erstellung von Gutachten über Bewerber für ein ausländisches Adoptivkind
Welche Zusatzqualifikationen benötigen diese Adoptionsbewerber?
Gesprächsführung und Kriterien der Eignung
Beratung während der Adoptionspflege
Welche Hilfen benötigen diese Kinder, um den schweren Bruch zwischen Vergangenheit und Gegenwart zu bewältigen?

Methode:
Um die gesellschaftliche, soziale und psychische Situation der am Adoptionsgeschehen beteiligten Menschen aufzuzeigen, lässt die Referentin in Seminaren eine symbolische Szene wie in einem kurzen Theaterstück aufbauen. Die Methode lehnt sich an die in der systemischen Familientherapie angewandten (nonverbalen) Familienskulpturen an und enthält Psychodrama-Elemente. Durch das Rollenspiel wird zunächst die emotionale Ebene erfasst, Konflikt-Ursachen und wichtige Informationen zusammengetragen und zum Schluss wird die Szene so umgebaut, dass für alle Beteiligten eine entspanntere, zufriedenere Situation eintritt.


Das Adoptivkind und seine Familiengeschichte

Beim adoptierten Kind sind sozial-emotionale und leibliche Elternschaft auf zwei Familien verteilt. Dies bringt ein ganzes Bündel von Schmerz, Trauer und Verunsicherung bei allen Betroffenen mit sich.

Adoptivkinder und ihre Familien benötigen deshalb spezifische Unterstützung und Beratung.

Themenkreise des Seminars werden deshalb sein:

  • Rolle und Aufgaben der Fachkräfte im Adoptionsdreieck: Begleitung, Beratungsziele bei Kindern und Jugendlichen, Adoptiveltern und Herkunftsfamilien
  • Hilfestellung für adoptierte Kinder und Jugendliche bei der Identitätsfindung
  • Die Bedeutung der Kenntnis der eigenen Herkunft, Biografiearbeit, emotionale Prozesse bei der Suche nach den Eltern
  • Welche Bedingungen müssen Adoptiveltern erfüllen, welche die Herkunftseltern?
  • Erfahrungen mit der Umsetzung offener Adoption
  • Rahmenbedingungen, Konflikte und Konfliktbewältigung bei offener Adoption, psychologische Wirkung auf alle Beteiligten
  • Anforderungen an die Fachkräfte bei der Beteiligung von halboffenen oder offenen Adoptionen, besondere Aufgaben.

Die Adoption durch einen Stiefelternteil

Der Aufbau einer zweiten Familie unterscheidet sich von Anfang an von dem Aufbau der ersten Familie: Ein Elternteil bildet mit seinem Kind eine familiäre Einheit. Der neue Partner teilt die Vergangenheit nicht mit den beiden. Häufig legen alle Beteiligten, die eine zweite Familie gründen, großes Tempo vor. Sie wollen ganz schnell einer klassischen Normalfamilie gleichen und nach außen wirken sie ja auch so. Sie gestehen sich selbst nicht ein, dass sie eine Familie mit besonderer Zusammensetzung sind. Stieffamilie zu sein, bedeutet immer, über das Kind mit dem anderen Elternteil und mit einer anderen Familie verknüpft zu sein. Doch diese Realität wollen viele Menschen dem Kind »ersparen«.

  • Psychische Rahmenbedingungen für das Gelingen einer Stiefelternadoption
  • Dauer und Qualität der neuen Paarbeziehung
  • Was müssen Kinder wissen?
  • Beziehung und Rollenverständnis zwischen Stiefvater (-mutter) und Kind
  • Die Rolle des »abgebenden« leiblichen Elternteils im Leben des Kindes und damit verbundene Fragen der Identitätsentwicklung

Was brauchen Kinder, die fremdplatziert werden?

Nahezu jedes Kind in einer Pflegefamilie wurde seelisch verletzt, hat Loyalitäts- und Identitätskonflikte. Es muss lernen, die eigene Ausnahmesituation zu verarbeiten. Es hat oftmals Bindungen an zwei Familien. Kinder können nur dann mit ihrem besonderen Schicksal leben lernen, wenn viele Komponenten stimmig sind.

Folgende Themen sollen Inhalt der Fortbildung sein:

  • Heimunterbringung und Unterbringung in einer Pflegefamilie im Vergleich
  • Was müssen Pflegefamilien leisten? Was können sie leisten?
  • Was müssen Kinder und Jugendliche leisten, was die Herkunftsfamilien?
  • Kontakte zur Herkunftsfamilie, ihre Definition und die Gestaltung zum Wohle des Kindes, Rahmenbedingungen, Sinn und Ziel von Kontakten, Vor- und Nachbereitung
  • Die Klärung der Zeitperspektive: Dauerunterbringung, offene Perspektive, Rückkehroption?
  • Kriterien für Rückplatzierungen
  • Erfordernisse an die fachliche Beratung und Begleitung von Pflegefamilien, Herkunftsfamilien, Kindern und Jugendlichen

Konfliktfeld Rückplatzierung

Ob eine Rückführung dem seelisch sozialen Wohl von Kindern oder Jugendlichen dient oder nicht, muss von den Fachkräften frühzeitig sorgfältig abgeklärt werden. Bei guter Prognose für eine Rückkehr des Kindes in seine Herkunftsfamilie muss dies schon bei der Planung der Fremdplatzierung einbezogen werden. Welche Voraussetzungen müssen Herkunftsfamilien erfüllen, damit ein Wiederzusammenleben mit dem Kind oder Jugendlichen gelingt? Wie lange darf eine Perspektive offen sein? Wie müssen Kontakte zu den Angehörigen des Kindes oder Jugendlichen gestaltet werden? Was müssen Pflegeeltern, was muss die Institution leisten, um eine Rückkehr des Kindes vorzubereiten? Welche Unterstützung und welche Hilfen benötigen Kind oder Jugendlicher und Herkunftsfamilie? In welchen Fällen ist eine Rückkehr auszuschließen, weil sie gegen die Interessen des Kindes verstößt? Wie kann in Konfliktfällen vorgegangen werden?

In der zweitägigen Fortbildung werden fachliche Grundlagen und Kriterien zur Beantwortung dieser Fragen praxisnah vermittelt. Anhand von konkreten Beispielen der Teilnehmenden soll das Thema vertieft werden.


Die Vermittlung von Geschwistern

Geschwisterreihen im unterbringungsverfahren bedeuten für Fachkräfte eine besondere Herausforderung. Getrennt oder gemeinsam vermitteln – heißt der schwer lösbare Konflikt. Geschwisterkinder aus Familien, die zusammenbrechen und die Versorgung nicht mehr sicherstellen können, sind meist eng aufeinander angewiesen. Gleichzeitig haben diese Kinder manchmal untereinander destruktive Interaktionsmuster. Wann ist die gemeinsame Vermittlung von Geschwistern im Interesse der Kinder und welche Voraussetzungen werden dann benötigt? Wann sollten Kinder aus fachlicher Sicht in verschiedene Pflegefamilien vermittelt werden? Welche Hilfen brauchen die Kinder bei getrennter Vermittlung?

Schwerpunkte des Seminars:

  • Geschwisterbeziehungen – Bedeutung und Entwicklung?
  • Die Rollenverteilung unter Geschwistern und ihre psychologischen Ursachen
  • Chancen und Konflikte bei der gemeinsamen Vermittlung von Geschwistern in Pflegefamilien
  • Voraussetzungen bei den annehmenden Familien bei gemeinsamer Vermittlung
  • Indikationen für getrennte Vermittlung
  • Anforderungen an Vermittlungsdienste, Möglichkeiten und Grenzen

Herkunftsfamilie – Pflegefamilie, Pflegekinderdienst – Sozialer Dienst: Zusammenarbeit im Interesse der Kinder

Rolle und Auftrag von Pflegefamilien – Rolle und Status der Kinder – Rolle und Auftrag der Herkunftsfamilie
Folgen früher Deprivationserfahrung
Bindung und Verlust Identitäts- und Loyalitätskonflikte
Gestaltung der Kontakte
Perspektivenklärung und Kriterien für die Rückkehr von Pflegekindern in ihre Herkunftsfamilie


Fortbildung für Bereitschaftspflegeeltern

Kindern in Krisen helfen – Rolle und Auftrag der Bereitschaftspflege

Krisen unterschiedlichsten Ursprungs führen dazu, dass Kinder ihr Zuhause plötzlich verlassen müssen. Die Kinder haben bei einer solchen Herausnahme oft schon eine Zeit von mangelnder Versorgung, Wechselbädern der Gefühle, Angst, Alleinsein und Stress hinter sich. Dennoch ist der Schritt der Trennung eine unvorstellbar spannungsreiche und schmerzhafte Erfahrung. Die Kinder verlieren meist unvorbereitet alles bisher Vertraute.

Alle Kinder im Umbruch brauchen Erwachsene, die sie in ihrem Schmerz begleiten und ihnen Orientierung geben. Die Angst, Wunden aufzureißen oder etwas Falsches zu sagen, führen oft dazu, dass von Betroffenen und Fachkräften den Kindern in ihrer Notlage zu wenig gesagt wird.

Welche Worte und welche Hilfen Kinder von ihren Bereitschaftspflegeeltern brauchen, wie die Kontakte zur Herkunftsfamilie im Interesse der Kinder vor- und nachbereitet werden können, wie die Anbahnung in eine neue Familie oder die Rückkehr in die Familie des Kindes gestaltet werden kann, soll an diesem Tag vermittelt werden. Das Einbringen eigener Fragestellungen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer ist möglich und erwünscht.


Kinder in Bereitschaftspflege – konflikthafte Ereignisse bewältigen

Bereitschaftspflegeeltern müssen sehr viel leisten. Sie betreuen ein seelisch akut verletztes und oftmals beunruhigtes Kind. Sie müssen mit der Herkunftsfamilie des Kindes und den Fachkräften des Jugendamtes zusammenarbeiten und Kontakte für Eltern und Kinder gestalten. Sie müssen Bindungen eingehen und wieder lösen. Immer wieder gerät die Bereitschaftspflegfamilie in vielfältige emotionale Belastungen hinsichtlich der Herkunftsfamilie oder der geplanten Perspektive für das Kind. Dennoch müssen sie das Kind auf seine Zukunft gut vorbereiten, ihm bei den bevorstehenden Umbrüchen bestmöglich helfen, den Abschied und den Wechsel für das Kind verträglich gestalten. Oftmals stehen Bereitschaftspflegeeltern vor Konflikten, die nicht befriedigend gelöst werden können. Der Seminartag will einerseits fachliche Grundlagen vermitteln, andererseits Hilfestellung geben, die vielfältigen Konfliktsituationen bestmöglichst zu bewältigen. Das Einbringen eigener Fragestelllungen der Teilnehmenden ist ausdrücklich erwünscht.


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